Die Rauhnächte (2/2)

Im 2. Teil dieses Artikels wollen wir auf einzelne Rauhnächte und die damit verbundenen Rituale etwas näher eingehen. Dazu empfehlen wir auch unser Interview mit Gabriele Mohrs und Antje Zingelmann anzuschauen. Dabei klären sie im Gespräch mit Patrick ganz ausführlich über diese magischen Nächte in der Zeit rund um den Jahreswechsel auf!

1. Rauhnacht – Altes abschließen

Die Nacht zum 25.12., der heilige Abend ist vorbei und die erste Rauhnacht bricht an…

Für die Meditation nimm eine entspannte Haltung im sitzen oder liegen ein, richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem, beobachte ihn ohne ihn verändern zu wollen – wie er fließt. Versuche aufkommende Gedanken bei jeder Ausatmung ziehen zu lassen und auch aufkommende Gedanken nicht weiter zu verfolgen. Bereit für Neues zu sein heißt das Alte abzuschließen. Blicke noch einmal auf das ablaufende Jahr zurück, vielleicht mit den folgenden Fragen:

  • Welche Erfahrungen waren für dich wichtig?
  • Wie waren deine Gefühle?
  • Wut, Ärger, Angst, Freude, Lust – konntest du sie zulassen?
  • Hast du dich mit Essen oder Arbeit abgelenkt?
  • Welche Menschen haben dir zur Seite gestanden?
  • Welche Gewohnheiten möchtest du verabschieden?
  • Gibt es Beziehungen die eher hinderlich als fördernd sind?

Das Alte kann nur Platz für Neues machen wenn du dazu bereit bist! Wenn deine Gedanken abschweifen komme immer wieder zu deinem Atem zurück. Bleibe noch einige Zeit bei deinem Atem und genieße die Ruhe in dir…

Um die Meditation zu beenden, richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper, nimm ihn auf der Unterlage wahr und vertiefe deine Atmung. Recke und strecke dich, öffne deine Augen und komme im Hier und Jetzt an

Wenn du magst schreibe deine Gedanken und Gefühle auf?!

Folgende Rituale können den Prozess unterstützen:

Kehraus – Nimm einen Besen und kehre alles dunkle und negative aus deinem zu Hause, vor allem aus den Ecken. Öffne dabei die Fenster, und wenn es für dich passt sage dir innerlich dabei folgende alte Formel: „Glück zieht herein, Pech zieht hinaus.“

Abschied im Feuer – In der Meditation hast du erfahren was für dein Glück hinderlich ist. Schreibe auf drei kleine Zettel, was du gerne loslassen möchtest. Bringe es auf den Punkt – nicht schreiben „ich esse zu viel“ sondern “Gier“! Die feuerfeste Schale auf eine feuerfeste Unterlage stellen, genug Abstand zu brennbaren Gegenständen halten, die Zettel darin anzünden und verbrennen lassen. Schaue in die Flamme und sage dir innerlich folgende Sätze: „Ich lasse das Alte los und öffne mich für Neues. Ich entlasse…(z.B. meine Wut, Angst usw. ) aus meinem Leben.“ Wenn das Feuer erloschen ist, schließe noch einmal deine Augen – atme tief durch und nimm deine Gefühle wahr.

Blockaden lösen mit Kerze und Stecknadeln – Was blockiert dich? Was hindert dich deinen Weg weiter zu gehen? Nimm die Kerze in die Hand und lass diese Blockade(n) in die Kerze fließen (alternativ auf der Kerze einritzen). Dann 9 Steck-Nadeln in gleichem Abstand untereinander in die Kerze stecken. Nun jeden Tag anzünden, bis eine Nadel fällt. Mit einem Löffel löschen und nicht auspusten, nach der letzte Nadel die Kerze komplett abbrennen lassen.

Zum Räuchern des Raumes benötigst du: Weihrauchharz, Salbei

Bauernregeln – Scheint am 25.12. die Sonne bringt das Neue Jahr Glück und Wonne. Ist es Weihnachten kalt, ist der Winter kurz, dass Frühjahr kommt bald.

2. Rauhnacht – Still werden

Still werden, Ruhe finden ist nicht einfach in unserer schnelllebigen Zeit. In den Rauhnächten fällt es uns leichter einen Ruhepol in uns zu finden. Die Bereitschaft und Offenheit sich einzulassen und in die Stille einzutauchen, ihr nachzuspüren und auf eine besinnliche Weise zu erleben ist größer. Die Magie der Rauhnächte wird greif- und begreifbar.

Meditation – … richte diesmal deine Aufmerksamkeit nach außen, nimm all die Geräusche um dich wahr. Hörst du den Wind? Das rauschen eines Baches? Oder gibt es Verkehrsgeräusche? Lass all die Geräusche da sein, lass sie geschehen, heiße sie Willkommen. Egal ob sie angenehm oder unangenehm sind, lass sie durch dein Bewusstsein fließen. Wenn du dannn deine Aufmerksamkeit nach innen richtest, welche Geräusche, Gedanken und Gefühle kannst du hier wahrnehmen? Wie laut oder leise sind deine ineren Geräusche? Oft sind Angst, Sorgen, Pläne und Hoffnungen sehr laut. Kannst du diese inneren Geräusche auch Willkommen heißen, oder spürst du einen Widerstand in dir? Schnell geraten wir auch in die Wertung – „gut“ oder „schlecht“,“angenehm“ und „unangenehm“. Was nimmst du in dir wahr? Vielleicht macht dir die Stille auch Angst. Lausche hinter diese inneren Geräusche und nimm die Stille wahr. Wie empfindest du deine innere Stille? Wenn du magst schreibe deine Antworten, Gedanken und Gefühle auf.

Ritual – während dem Räuchern schweigen und die Stille wahrnehmen. Die Räucherung hat eine beruhigende Wirkung.

Zum Räuchern benötigst du: 1 Teil Weihrauch und 2 Teile Zedernholz

Bauernregeln – Kommt weiße Weihnacht, ist der Winter lange und hart. Windstill muss St. Stephan sein, soll der nächste Wein gedeih`n.

3. Rauhnacht – sich öffnen

Die Festlichkeiten sind vor rüber, Ruhe kehrt ein. Jetzt ist es höchste Zeit sich um sich selbst zu kümmern. Das Tor zur geistigen Welt ist in den Rauhnächten weit geöffnet, den Kontakt zu Geistern und verstorbenen Seelen kann eine tiefgreifende Erfahrung sein. Allerdings können wir das was jenseits des Sichtbaren liegt nur wahrnehmen wenn wir die Aufmerksamkeit nach innen lenken. Still werden und uns dafür Öffnen. Vertraue deiner Intuition, erweitere deinen Blickwinkel. Nimm bewusst war was um dich herum geschieht, eine Feder auf dem Boden, ein Gespräch mit dem Nachbar, können Zeichen und Kontakt aus der geistigen Welt sein.

Meditation – … stelle dir vor du bist in der Natur, es ist ein heißer Tag und die Luft fühlt sich voller Spannung an. Ein leichter Windhauch streicht über deine Haut und du gehst einen Feldweg entlang. Du liebst das helle Licht der Sonne, dass alles wachsen und reifen lässt. Plötzlich wird dir bewusst, dass du deinen Weg gehst auf der Suche nach deinem Licht. Von einer inneren Klarheit getragen hast du diesen Weg gewählt. Tag für Tag kommst du immer näher zu deinem inneren Licht. Du nimmst einen starken Wunsch in dir wahr – dich neu zu öffnen, einen neuen und anderen Weg zu gehen. Du folgst deiner Intuition und drehst dich um – was für eine Überraschung! Staunend stehst du da und schaust auf einen wunderschönen Regenbogen. Du gehst auf diesen Regenbogen zu, seine Farben sind leuchtend und strahlend. Das rot hüllt dich ein und lässt dich deine Stärke und Beweglichkeit spüren. Wie von Zauberhand zieht dich das Orange an und du spürst, dass Leben Freude und Leichtigkeit ist. Das Orange geht in ein Gelb über, du nimmst deine Klarheit und starke Mitte war. Erwartungsvoll schaust du auf das frische Grün, es zeigt dir das die Natur in dir ist. Das grün verändert sich in verschiedene Blautöne, es harmonisiert deinen Körper und Geist. Du tanzt deinen ureigenen Tanz, du tanzt dich selbst und in ein betörendes Violet. Diese Schlichtheit berührt deine Seele, Stille kehrt ein und deine Grenzen lösen sich auf. Du bist da, in deiner vollen Größe! Überglücklich tanzt du mühelos, harmonisch und kraftvoll von Farbe zu Farbe und von Schwingung zu Schwingung. Weiß durchflutet dich, lässt dich das Universum in dir wahrnehmen. Du bist das Universum, alles Wissen ist in dir. Es ist herrlich im Regenbogen zu baden und sein buntes Gewand zu tagen. Verbunden mit den Farben des Lebens kehrst du ins Hier und Jetzt zurück. Wenn du magst, schreibe deine Gedanken und Gefühle auf

Ritual:

Das Ahnentischchen – Stelle ein kleines Tischchen auf, um deiner Ahnen zu gedenken. Auf diese Weise öffnet sich dein Geist für die nicht alltägliche Wirklichkeit. Schmücke diesen Tisch, vielleicht mit einer Tischdecke und Kerzen, Tannenzweigen und Zapfen oder Äpfel und Nüssen. Lass deiner Kreativität freien lauf! Nimm dir immer wieder Zeit dich an dieses Tischchen zu setzen – lausche der Stille. Wenn du magst, kannst du für jeden verstorbenen eine Kerze aufstellen. Erinnere dich an diese Menschen und öffne dein Herz, denn dort leben sie weiter. Nimm deine Gefühle wahr und schreibe sie auf.

Zum Räuchern benötigst du ein: 1 Teil Weihrauch, 3 Teil Wacholderbeeren

Spruch: „Glück ins Haus, Unglück hinaus.“ Die Räucherung hat eine schützende und zugleich geistig aktivierende Wirkung!

Bauernregeln – Hat der Johannes Eis, dann ist der Johannestag in Juni heiß.

4. Rauhnacht – der inneren Weisheit vertrauen

Die vierte Rauhnacht steht mit dem April in Verbindung. Eine bekannte Bauernregel besagt „April, April, der macht was er will.“ Das Wetter im April ist wechselhaft, man weiss nie was am nächsten Tag passiert. as in der 4. Rauhnacht im Kleinen geschieht versinnbildlicht auf höherer Ebene das Leben wieder. Das Leben macht auch was es will! In den Rauhnächten kehren wir zu unser Seelenkraft zurück, es ist die beste Zeit sich für die Möglichkeit zu öffnen, dem Weg des eigenen Herzens zu folgen. Ob das Schicksal uns gnädig ist oder nicht entzieht sich unserer Kontrolle. Was passiert, können wir nicht ändern – sehr wohl aber die Art und Weise wie wir damit umgehen.

Ritual:

Räucherritual / die Macht der Rituale – Rituale sind feierliche , achtsame durchgeführte Handlungen die einen bestimmten Ablauf haben. Die Rituale der Rauhnächte wurzeln in altem Volksglauben, Sagen und Mythen. Heute besteht die Herausforderung, eine eigene Form des Rituals, nach eigenen Bedürfnissen zu finden. Durch Rituale verlassen wir die oberflächlichen Routinen und tauchen durch symbolhafte Handlungen in das „roße Ganze“ ein. Es entsteht ein Kontakt zur Geisterwelt, zu höheren Selbst und zur Urquelle. Rituale werden achtsam, gesammelt und in Ruhe durchgeführt, sie haben reinigende Wirkungen auf Körper, Geist und Seele. Bedenke, Rituale werden erst zu Ritualen durch Wiederholungen.

Räuchern ist eine alte Rauhnacht-Tradition! Rauhnacht beinhaltet das Wort Rauch. Mit Rauch kann man böse Geister vertreiben und freundliche einladen. Früher hat man Stuben und Ställe mit Kräutern und Harze ausgeräuchert. Auch anderen Kulturen wie der Hinduismus und Schamanismus kennen das Räuchern. Heutzutage entdecken immer mehr Menschen das Räuchern wieder, es tut gut und es wirkt. Es vertieft die Meditation und verbessert Stimmungen, die Ruhe und Gelassenheit und den Schlaf.

Für das heutige Räuchern benötigst du: 2 Teile Weihrauch, 2 Teile Myrrhe, 1 Teil Tanne

Bereite dein Räuchergefäß vor, bevor du Kohle anzündest schließe deine Augen und atme 12x tief ein und aus. Dann zünde die Kohle an und warte bis sie grau glühend ist lege die Kräuter darauf. Das Abschreiten der Räume beginnt immer an der Haus- oder Wohnungstür. Die Fenster sollten gekippt und die Türen geöffnet sein. Gehe nun gegen den Uhrzeigersinn durch alle Räume vom Keller bis zum Dachboden. Achte auf deine Gefühle, wo magst du länger verweilen und wo zieht es dich hin. Beim Räuchern denke immer an die reinigende Wirkung, was möchtest du ziehen lassen. Wenn du im Dachboden geendet hast , gehe nun im Uhrzeigersinn vom Dachboden bis zum Keller zurück. Jetzt erfülle die Räume mit positive Energie durch deine Gedanken, z.B. in der Küche mögen sich viele Menschen treffen und gute Gespräche haben. Dein Rundgang endet wieder an der Haus – oder Wohnungstür. Lege deine Hände nochmals auf dein Herz und danke allen Wesen mit den du dich verbunden fühlst. Die Auswahl der Räucherungen ist groß, für die Rauhnächte brauchst du folgende:

  • Weihrauch – schützt, reinigt und öffnet die Tür zur spirituellen Welt
  • Salbei – wirkt reinigend und beruhigt den Geistern
  • Wacholder – schützt und erhöht die Aufmerksamkeit
  • Zeder – weckt die Kräfte der Fantasie
  • Beifuß – stärkt Körper und Seele
  • Kieferharz – vertieft die Atmung
  • Tanne – weckt die Lebensfreude und schenkt Klarheit
  • Thymian – desinfiziert und reinigt
  • Myrrhe – läßt negative Gedanken zur Ruhe kommen

Bauernregeln – In den Rauhnächten können die Tiere sprechen, man sollte sie nicht absichtlich belauschen.

5. Rauhnacht – den eigenen Körper heiligen

„Tu deinem Körper etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.“

Teresa von Avila

Erkunde heute die spirituelle Dimension deines Körpers. Wir brauchen nicht nur Kleidung und Nahrung, sondern auch Zuwendung, Berührungen und Bewegung. Die Rauhnächte sind eine gute Zeit um Mitgefühl für uns Selbst zu entwickeln, es schließt eine mitfühlende freundliche Haltung unserem Körper gegenüber ein. Die 5. Rauhnacht steht für den Wonnemonat Mai, er steht für den Neuanfang. Es ist nie zu spät für einen Neubeginn ,ein neues Körperbewusstsein zu entwickeln. Nutze diese heilige Zeit, deinen Körper zu pflegen , ihm heilende Kräfte zu schenken. Bäder, Massagen , Sauna bringen äußerlich Wärme, Tee`s und warme Suppen schenken innerlich Wohlbehagen . Spaziergänge aktivieren den Stoffwechsel und die Lebenskräfte.

Meditation – die Winterwanderung … nimm ein paar tiefe Atemzüge und komme auf deiner Unterlage an. Bei jeder Ausatmung lass los, entspanne dich. Stelle dir vor du bist in einer wunderschönen Winterlandschaft. Es ist ein kalter Tag, Bäume und Sträucher sind Schneebedeckt. Die Sonne scheint noch, doch in der Ferne ziehen dunkle Wolken auf. Dein Weg führt dich an einem zugefrorenen Teich vorbei – immer tiefer in den Wald hinein. Du spürst, dass es kälter wird, die Sonne verschwindet hinter den Wolken und ein kalter Wind zieht auf. Nach einer Weile nimmst du ein merkwürdiges Glitzern zwischen den Bäumen wahr. Deine Neugierde ist geweckt, du gehst auf das Glitzern zu. Der Schnee knirscht unter deinen Schritten, der ganze Wald funkelt wie mit Diamantpulver bestäubt. Wie aus dem nichts beginnt es zu schneien. I Mitten des Schneetreibens wird dir bewusst, dass du dich verlaufen hast. Merkwürdig – du empfindest keine Angst, fühlst dich geborgen und gehst weiter. Vor dir ist eine Lichtung, dort steht eine weiß gekleidete Frau. Viele Fragen gehen dir durch den Kopf, hat sie sich auch verlaufen, was macht sie hier? Langsam und zögernd gehst du auf sie zu – sie nickt dir freundlich zu. Du schaust ihr ins Gesicht und bemerkst das sie sehr alt zu sein scheint. Ihre blauen Augen lächeln freundlich, sie zeigt mit ihrer Hand auf den Hügel hinter ihr, auf dem Hügel kannst du ein kleines Licht sehen. Als du wieder zur Frau schaust, ist sie weg – es wird dir bewusst was du zu tun hast. Vor dir erkennst du einen Weg der dich zum Hügel hinauf führt. Auf dem Hügel erkennst du eine Hütte, warmes Licht leuchtet aus den Fenstern. D gehst auf die Tür zu, sie ist einen Spalt geöffnet. Zögernd trittst du ein, im Kamin lodert ein Feuer, davor liegt ein Fell. Du legst deinen nassen Mantel ab und setzt dich auf das Fell. Während sich dein Körper langsam erwärmt und entspannt erfährst du eine tiefe Stille und weißt, dass es nichts mehr zu tun gibt. Du genießt den Augenblick der Stille mit all deinen Sinnen und öffnest dich für den Zauber des gegenwärtigen Augenblicks. Vertiefe deinen Atem und komme langsam in den Raum zurück…

Ritual:

Salz – Salz wird schon seid 6000 Jahren als Heilmittel benutzt. Die Körperzellen brauchen es um die Spannungen in und um die Zelle aufrecht zu erhalten. Kochsalz enthält durch seine Verarbeitung nicht mehr so viele Lebenselemente wie Steinsalz. Steinsalz enthält 84 Lebenselemente aus dem PSE, dadurch ist es für unseren Körper sehr wertvoll.

Energetische Reinigung für Räume – ein Glas mit 1/3 Salz, 1/3 Wasser, 1/3 Luft – 30 Tage im Raum stehen lassen, dann entsorgen. Salz für den Körper – Nasendusche mit Salz bei Schnupfen und bei Allergien. Salz mit Wasser gurgeln bei Halsschmerzen. Salz-Bad, um zu viel Energien abzuziehen und von negativen Energien zu reinigen. Für Peeling und Pflege Salz mit Öl oder Honig vermischen, den Körper damit einreiben, abduschen oder ins Badewasser legen.

6. Rauhnacht – Zeit der Gefühle

Die besinnliche Weihnachtszeit, die stillen Tage die Einsichten die wir über Rituale, Meditationen und Träume bekommen haben regen unser Gefühlsleben auf unterschiedliche Art und Weise an. Durch Rituale und Meditation treten wir in eine Welt ein, die uns üblicherweise nicht so leicht zugänglich ist. Nämlich in die Welt unserer verborgenen Gefühle. Viele Menschen haben Schwierigkeiten ihre Gefühle auszudrücken und anzunehmen. Gefühle sind der Ausdruck des Herzens und der Lebendigkeit, dass Herz spricht aus was wir empfinden. Wir können lernen, unsere Gefühle als das was sie sind anzunehmen – als Ausdruck unserer gegenwärtigen Erfahrung und körperlich-seelischen Reaktion.

In den Rauhnächten befassen wir uns mit unangenehmen Themen wie Tot, Vergänglichkeit und unseren eigenen Schatten. Das macht Angst! Früher hatten die Menschen vor extremen Wetterlagen Angst, heute sind es Existenzängste. Geben wir unseren Gefühlen die Möglichkeit an die Oberfläche unseres Bewusstseins zu kommen, sie wahrzunehmen und wenn es Zeit ist, wieder loszulassen.

Meditation – seinen Gefühlen trauen … lege dich bequem hin und schließe deine Augen. Spanne deine Körper einmal an und lasse wieder los. Lenke jetzt deine Aufmerksamkeit zu deinen Gefühlen, die du jetzt wahrnimmst. Sind es angenehme oder vielleicht unangenehme Gefühle? Lass sie da sein, bewerte sie nicht. Beobachte sie – versuche jetzt dein Gefühl zu benennen. Nicht „ich bin traurig“ sondern da ist „Trauer“ oder da ist „Angst“. Spüre in deinen Körper, wo sitzt die Trauer oder die Angst in deinem Körper? Wie nimmst du sie dort wahr, als Druck von Schwere oder Kälte? Atme dort hinein und lass das Gefühl bei jeder Einatmung größer werden. Bis es dich ausfüllt, umhüllt. Nimm wahr, wie es sich anfühlt, dann lass bei jeder Ausatmung das Gefühl wieder kleiner werden. Wie fühlt sich das Gefühl jetzt an, hat es sich verändert? Ist es noch da? Umarme dein Gefühl und bedanke dich bei Ihm, dass es da war!

Räuchern – für die heutige Räucherung brauchst du: 2 Teile Salbei, 1 Teil Myrrhe, 1 Teil Tanne

Bauernregeln – Begegnet man an diesem Tag fremden Menschen, kann es eine Bedeutung für die Zukunft haben. Heute bringen Scherben kein Glück, es kann auf Trennung hinweisen.

7. Rauhnacht – Herzensziele entdecken

Die 7. Rauhnacht ist Silvester und steht mit dem Monat Juli in Verbindung. Der Name geht auf den römischen Bischof Silvester zurück, es ist sein Todestag. An Silvester feiern wir mit Freunden oder Familie, das Feuerwerk läutet das Neue Jahr ein. rüher diente der Jahreswechsel der inneren Einkehr, es wurden Opfergaben wie Milch, Brot und Kuchen für die Geister bereitgestellt. Das Böllern und Schießen nutze man, um mit sich ins Reine zu kommen. Es ist die Zeit sich Fragen zu stellen, woher komme ich? Wohin will ich gehen? Für welche Ziele lohnt es sich, aktiv zu werden? Die Ziele und Wünsche sollten realistisch und erreichbar sein. Lass dir nicht von deinem inneren Kritiker den Wind aus den Segeln nehmen mit „ich schaffe es doch nicht“ oder „ja, aber“. Habe den Mut deinen Herzenszielen zu folgen ohne dich von deinem inneren Kritiker ablenken zu lassen!

Ritual:

Das bekannteste und älteste Silvesterritual ist das Bleigießen, heute ist es ungiftiges Zinn. Die Deutung sollte intuitiv und fantasievoll geschehen. Vielleicht hast du Runen (keltische Zeichen) oder verschiedene Kartendecks zu Hause. Ziehe für jeden Monat eine Rune oder eine Karte, deute sie und schreibe es auf. Backe süßen Kuchen für den Neujahrstag.

Bauernregeln / Orakel: In der Silvesternacht, sei laut und vertreibe die Geister.

8. Rauhnacht – Entscheidungen treffen

Dieser Tag hängt mit dem Thema Glück zusammen. Wir verschenken Glück in Form von Glückssymbolen wie Kleeblättern, Marzipanschweinchen, Schornsteinfeger oder Hufeisen. Diesen Symbolen wurden früher Zauberkräfte zugesprochen und sie werden heute noch zum Schutz über der Haustür angebracht. Es gibt ein Sprichwort: „Jeder ist seines Glückes Schmied.“ Gerade wenn das Neue Jahr beginnt haben wir viele gute Vorsätze, wie z.B. mit dem Rauchen aufzuhören oder weniger zu arbeiten. Die Erfahrung zeigt immer wieder, dass gute Vorsätze (die schon nach ein paar Wochen vergessen sind) nicht reichen um etwas zu verändern. Es liegt an uns, an unseren Entscheidungen und Handelungen, damit wir unsere Ziele erreichen. Eine echte Entscheidung ist z.B.: „Ich werde mir ab heute täglich 10 Minuten nur für mich Zeit nehmen, um zu meditieren oder zu entspannen.“ Die Raunächte fordern uns auf unsere Herzensziele zu erkennen und zu verfolgen, dafür müssen wir Entscheidungen treffen. Bedenke, wenn es um gute Vorsätze geht: weniger ist oft mehr!

Rituale – verschenke Glückssymbole. Schreibe deinen Herzenswunsch auf einen Zettel und verbrenne ihn draußen (Vorsichtsmaßnahmen beachten). Denke dabei fest an deine Wunscherfüllung. Schutzbeutel für Haus und Auto, für ein Jahr: Alufolie 12×12, 1 teel. Erde, Holzasche, Steinsalz, ½ teel. Zucker, Knoblauch mit Schale. Alle Zutaten in die Alufolie geben, daraus eine Kugel formen, in einen Beutel geben und im Auto und an der Haustür anbringen.

Räuchern: 2 Teile Weihrauch, 2 Teile Myrrhe, 1 Teil Zedernholz

9. Rauhnacht – verzeihen, versöhnen, Frieden schließen

Die Festlichkeiten sind vorbei, der Alltag hält wieder Einzug. Spürst du die Magie dieser Zeit noch immer? Diese Rauhnacht steht für den September, dem Tag des Verzeihens. Damit wir alte Verletzungen, Kränkungen und Wunden heilen und abschließen können bedarf es dem Verzeihen. Verzeihen wir nicht, schleppen wir unsere belastenden Gefühle wie einen Sack voller Steine mit uns herum. Dieser Ballast schadet nur uns selber. Verzeihen ist etwas was wir ganz alleine tun können, beim versöhnen brauchen wir ein Gegenüber. Manchmal ist unser Gegenüber nicht mehr da, oder nicht bereit sich mit uns zu versöhnen. Öffne dein Herz und verändere deinen Blickwinkel, was mag es für Gründe geben, dass du so verletzt wurdest. Es gibt viele Gründe für rücksichtsloses Verhalten, wie Unsicherheit, Scham oder Angst um nur einige zu nennen. Verzeihen schafft Frieden in deinem Herzen. Es ist das größte Geschenk das du dir selber machen kannst.

Ritual:

Frieden schließen – führe eine Räucherung mit 2 Teilen Myrrhe und 1 Teil Tanne durch. Schreibe auf ein Blatt all die Menschen untereinander auf, die dich gekränkt haben. Rechts daneben, was die Verletzung ausgelöst hat – z.B. „mein Chef hat mich vor den Kollegen bloßgestellt“. Stelle drei Kerzen auf, eine für die Vergangenheit in schwarz, für die Gegenwart in rot und für Zukunft in weiß. Zünde sie an, schau in die Flammen und Atme ein paar mal tief durch. Schließe dann deine Augen und stelle dir jede Personen auf deiner Liste vor deinem inneren Auge vor. Spreche aus, was dir auf dem Herzen liegt und beende den Satz mit: „Ich verstehe, dass du damals nicht anders Handeln konntest, ich verzeihe dir.“ verschränke deine Hände vor der Brust, lächle und verbeuge dich. Führe das ganze so lange fort, bis du allen Menschen auf deiner Liste verziehen hast. Atme dann einige male tief durch und öffne deine Augen. Um das Ritual abzuschließen übergebe deine Liste dem Feuer und verbrenne sie. Lege noch einmal deine Hände auf dein Herz, verbeuge dich und danke dir selbst, dass du offen warst für das Vergebungssritual.

10. Rauhnacht – achtsam werden

Während der Rauhnächte sind unsere Sinne besonders geschärft, denoch sollten wir uns darum bemühen unsere Achtsamkeit zu stärken. Negative Denkmuster lassen unseren Geist an der Oberfläche haften, Achtsamkeit ist der Schlüssel unsere Wahrnehmung zu vertiefen. Achtsamkeit heißt im Hier und Jetzt zu sein. Uns vollkommen für den Moment zu öffnen, ohne zu urteilen und zu bewerten. Gedanken, Gefühle, Klänge, Erscheinungen da sein zu lassen und dann ziehen zu lassen. Wenn wir still werden und lauschen, werden wir nicht nur das Offensichtliche, sondern das Verborgene mit unseren feinen Sinnen wahrnehmen lernen.

Achtsamkeits-Meditation – … gehe nach draußen, schließe kurz deine Augen und atme tief ein und aus. Ohne zu sprechen gehe los und nimm jeden Schritt war, setze deine Ferse auf und lass deinen Fuß abrollen. Wie fühlt es sich an, dein Gehen bewusst wahrzunehmen? Spüre den Boden unter deinen Füßen, ist er hart oder weich? Steinig oder glatt? Setze deinen Weg fort und richte nun deine Aufmerksamkeit auf das Hören. Lausche den Tönen und Klängen, bewerte sie nicht, lass sie durch dich hindurch fließen. Lenke nun deine Achtsamkeit auf deinen Geist, deine Gefühle und Gedanken. Welche Gedanken tauchen auf? An das, was du noch machen musst, an die Zukunft? Vielleicht tauchen auch Gefühle wie Angst, Unsicherheit oder Freude auf. Was immer es ist, lass es da sein, halte es nicht fest – sei wach und achtsam, mehr gibt es nicht zu tun. Setze achtsam deinen Weg fort, bis du wieder zu Hause angekommen bist. Beende die Meditation mit ein paar tiefen Atemzügen.

Orakel – das Pendel:

Bevor du pendelst räuchere dein Zimmer mit: 2 Teilen Kampfer, je 1 Teil Weihrauch und Wacholder. Das Pendeln gehört zu den ältesten Methoden der Weissagung. Du kannst dir ein Pendel kaufen oder auch einen Ring/Stein, er sollte 30-50 g schwer sein, am Ende einer Kette (30cm lang) befestigen. Es wird ruhig in der Hand gehalten und sollte frei schwingen. Am besten den Ellenbogen auf eine feste Unterlage abstützen. Bevor du beginnst frage dein Pendel nach einem Ja / Nein und vielleicht – dies merke dir. Dann kann es los gehen. Man kann Fragen stellen: Werde ich mein Ziel erreichen? Bekomme ich Unterstützung? Oder auch Gegenstände, Nahrungsmittel, Kosmetika, Fotos usw. auspendeln. Zum Schutz beim pendeln stelle dich auf ein schwarzes Tuch.

Bauernregeln – Stelle eine Kerze aufs Fensterbrett, böse Geister werden vertrieben und Gute angelockt. In den Rauhnächten darfst du keine Schuhe putzen. Hänge keine Wäsche draußen auf, es könnten sich böse Geister darin verfangen.

11. Rauhnacht – dankbar sein

Früher waren die Menschen noch sehr Erdverbunden, sie waren von den Naturgewalten abhängig. Es genügte schon wenn die Sonne schien, oder wenn es zur rechten Zeit regnete, um Dankbar zu sein. Heute scheint alles selbstverständlich zu sein, nur für große Dinge wie die Liebe, oder das neue Auto ist man Dankbar. In dieser besinnlichen Zeit versuchen wir für die kleinen einfachen Dinge dankbar zu sein. Mit den Kindern einen Schneemann zu bauen, oder etwas Zeit mit uns selbst zu verbringen. Dankbarkeit ist gerade heute so wichtig, es verbindet uns mit den Dingen und Menschen um uns herum. Denke einmal darüber nach, für was du Dankbar bist.

Dankbarkeits-RitualRäuchere mit je einem Teil Zeder, Tanne und Wacholder dein zu Hause aus. Stelle eine gelbe Kerze auf und zünde sie an. Dazu einen Teller mit Opfergaben wie Milch, Honig, Tabak – er bleibt 24 Std. an deinem Lieblingsort oder auf dem Ahnentisch stehen. Danach gebe die Opfergaben in die Natur, bleibe noch einige Zeit an deinem Lieblingsort und spüre in dich hinein für was du dankbar bist in deinem Leben? Sei am Morgen dankbar für die vielen Kleinigkeiten in deinem Leben – liste 10 Dinge mal auf. Suche dir einen Stein, nehme ihn abends in die Hand und danke für das Beste des Tages. Wähle dir drei Personen aus, schreibe auf wofür du ihnen dankbar bist. Sei dankbar für deine Gesundheit, danke deinen Sinnesorganen, Muskeln usw. Wähle sogar zusätzlich eine schwierige Beziehung aus, schreibe auf wofür du dieser Person dankbar bist.

Zeremonie zum öffnen des Herzens: Schließe die Augen für diese Welt und öffne dein Herz. Gehe mit deiner Aufmerksamkeit zu deinem Herzen und spüre, ob du es fühlst. Dann öffne es innerlich, wie eine Tür bzw. ein Fenster und das was du fühlst bist du. Wenn es dunkel ist, zünde Kerzen an und erfreue dich an dem weichen Licht. Schaue dich genau um, wie sieht es in deinem Herzraum aus? Wie groß es ist? Welche Farben kannst du war nehmen? Wie riecht es in deinem Herzraum? Woher kommt dir der Geruch bekannt vor? Ist er eingerichtet und gibt es andere Personen oder Tiere? Nimm alles genau wahr. Wie fühlst du dich? Möchtest du dich länger hier aufhalten? Genieße es hier zu sein. Nun Atme tief ein, und aus, und stelle dir vor dass du rosafarbenes Licht bei jedem Atemzug in deinen Herzraum fließen lässt. Dadurch werden niedrig schwingende Energien transformiert, dein Herzraum füllt sich mit der Kraft der universellen Liebe an. Du erfährst tiefe Geborgenheit und Liebe in deinem eigenen Sein. Sprich im Stillen das Zauberwort „Danke“ aus.

12. Rauhnacht – das Licht erwacht – den Neuanfang wagen

Die Reise durch die Rauhnächte geht zu Ende und der Aufbruch ins neue Jahr beginnt. Verabschiede dich von all der belastenden Vergangenheit, was gewesen ist ist vorbei. Jetzt ist die Zeit nach vorne zu schauen. Wie hast du die Rauhnächte erlebt, was ist klarer geworden? Wie sieht dein Weg aus der Dunkelheit ins Licht aus? Im Äußeren können wir die Dunkelheit vertreiben, indem wir Lichter anzünden. Die Dunkelheit im Inneren lässt sich nicht so leicht vertreiben. Entwickle Mitgefühl, Freude und Vertrauen ins Leben, komme öfters zur Ruhe und suche die Stille. Die Rauhnächte haben dich eingeladen auf eine Reise zu deinem inneren Licht. „Lass dein Licht leuchten“!

Räuchere dein zu Hause mit Salbei aus, öffne Fenster und Türen für eine Weile, damit sich die Geister der Vergangenheit verabschieden können.

Bedanke dich für diese Reise zu dir selbst!

Deine Petra