Wofür nutze ich Chakra-Parfüm? (1/2)

Interview mit Ursula S. Yeo von Schellenpfeffer & Bade Duftwerk

Ich stehe vor der Guru Ram Das-Akademie in Boizenburg; es ist Abend und noch mildes Wetter. Ich mache mich auf zu einem kleinen Spaziergang. Neben mir: Uschi „Mhyrrheen“, die Erfinderin der Chakra-Parfüms, die mich begleiten wird. Währenddessen reden wir ein wenig. Ich moniere mich über das Alter und Uschi meint, was solle sie sagen, sie gehe schließlich auf die 70 zu…

  1. Uschi, wie schön, dass du dich zu später Stunde noch spontan bereit erklärt hast, quasi einen Interview-Walk zu deinem Wagen mit mir zu machen. Ich bin nun über 40 Jahre und fühle mich alt. Du bist 67; hat das für dich eine Bedeutung? Machst du das irgendwo dran fest oder wie gehst du generell mit dem Alter um?

Wenn nicht so viel darüber geredet werden würde, würde ich es sicherlich nicht mal bemerken. Außer ich schau´ mal in den Spiegel, dann sehe ich schon ein bisschen was. Es ist für mich kein großes Thema. Ich denke für mich, das Wichtigste in meinem Leben hab´ ich noch nicht gemacht. Die Zeit war noch nicht, die kommt noch.

  1. Das weißt du für dich? In welche Richtung geht das; hat das mit Reisen oder eher innerer Entwicklung zu tun?

Ich denke, es ist eher spirituell gedacht. Ich glaube, ich könnte ein guter Pfeiler sein für Menschen, die nicht damit umgehen können, wenn solche Dinge/Umbrüche passieren.

  1. Also quasi wie eine Begleitung?

So würde ich das jetzt nicht sehen, aber ich denke ich bin da so ein Fels in der Brandung. Das kann ich sein. Weil ich da irgendwie schon bin. Für mich so.

  1. Ich kann mir bisher nicht vorstellen, so wie ich dich auch kennenlerne, dass du das nicht bereits gemacht hast. Beratend tätig, einfach da zu sein.

Ja, aber ich denke das was jetzt kommt ist nochmal größer. Das ist nochmal was anderes. Und ich glaube, es gibt viele Menschen, so wie mich, die einfach nur durch ihr Dasein ´ne gewisse Ruhe reinbringen können, eine gewisse Gelassenheit. Weil das eben das ist, was uns erwartet, also diese Hektik und das, was wir momentan erleben. Das braucht man im Prinzip alles nicht.

  1. Ohne zu politisch zu werden oder die aktuellen Ereignisse aufzuwärmen; was würdest du sagen in welche Richtung geht das, wo du mit der Ruhe beratend zur Seite stehen kannst? Wie soll ich mir das vorstellen, was kommt auf uns zu? Was ist dein Gefühl?

Ich gehe davon aus, dass es auch in diesem Herbst noch ganz schön heftig und hektisch werden kann, weil vieles im Umbruch ist. Ich denke es wird mit dem Geld anfangen, dann mit der Pharma-Industrie usw. Also die Menschen werden alle aus ihrem Glauben herausgerissen werden. Und da muss es Leute geben, immer so im näheren Umfeld, die dann wirklich die Mitmenschen beruhigen können. Einfach da sein. Die durch ihr Da-SEIN wirken. Wirklich in der Energie zu sein, die dann ist. Ist das verständlich?

  1. Das heißt Leute, die sich noch nie wirklich mit spirituellen Dingen auseinandergesetzt haben oder mit sich selbst..

..in erster Linie auch mit sich selbst, weil eben jeder seinen eigenen Spirit hat. Das ist meine feste Überzeugung, jeder hat seinen eigenen Kosmos. Und da sieht alles anders aus, jeder betrachtet es anders. Weil es auch anders ist. So seh´ ich das. Es ist einfach nur wichtig, so da zu sein, den Menschen hilfreich zur Seite stehen zu können. Da, wo sie gerade sind. Einfach akzeptieren, du bist gerade da, alles gut, das ist so. Das Wichtigste für mich ist, ob politisch oder wie auch immer, die Angst rauszunehmen (vor Allem). Einfach mal die Angst rausnehmen!

  1. War das bei dir schon immer so oder hast du das zuletzt entdeckt, dass das eine Fähigkeit von dir ist? Wie bist du dazu gekommen, hinter die Dinge zu schauen?

Ich glaube, das war schon immer da. Das haben mir schon ganz alte Freunde von früher erzählt, du hast immer gesagt, es ist für alle was da. Es ist für alle gesorgt. Wir müssen uns das doch nur irgendwie organisieren (*lacht*). Also so, im kindlichen Verständnis..

  1. Jetzt haben wir im Vorgespräch durch Zufall ein für mich auch sehr spannendes Thema angerissen, was ganz gut zu diesem „Überblick“ passt. Wenn du magst, berichte darüber, Thema: Ayahuasca. Du hast Erfahrungen mit dieser spannenden Pflanze gesammelt. Hat diese auch damit zu tun, dass du eine andere Sicht über die Dinge bekommen hast oder wie kann sie auch (dabei) helfen? Was ist das überhaupt, für die Leute, die da noch gar nichts von gehört haben?´

Die Pflanze ist reines Bewusstsein, in sich schonmal. Und in dem Moment wo man sich dafür öffnet, demütig und dankbar ist. Sich hingibt, in alles, was wir nicht wissen, dann kannst du eigentlich nur gute Erfahrungen machen. Sie hilft, ins Bewusstsein zu kommen. Du kannst damit einverstanden sein – oder dich wehren. Wenn man sich wehrt wird es meistens so ein bisschen ungemütlich, dass man sich mal erbrechen muss oder irgendwie so.. das passiert halt, wenn man vermeiden möchte, ins Bewusstsein zu gehen, ergo Dinge/Situationen zu „sehen“.

  1. Das bedeutet, wenn man innere Widerstände hat, werden diese noch deutlicher dadurch? Es geht also um´s Thema Loslassen und Hingabe?!

Absolute Hingabe an die Größe!

  1. Ein sehr wichtiges Thema dieser Zeit glaube ich. Auch wenn wir so yang-lastig sind, das männliche Prinzip im Vordergrund steht. Auch im Yoga. Dass immer viel Action gemacht wird, gerade im Männer-Yoga und eigentlich geht’s darum, mal Nichts zu machen, sich fallen zu lassen. Das kann ich von meiner Warte behaupten.

Ich glaube, das wird dann sowieso sehr im Trend sein, dieses Wu Wei („nichts tun“).

  1. Und das ist ja verpönt?! Das kenne ich von meinem Vater, von meiner Oma, sie saß nur für einige Minuten, war eingenickt und ich kam rein, da zuckte sie zusammen und meinte, sie mache gerade was. Bloß nicht beim Nichtstun ertappt werden.

Ich bin ja auch in der mobilen Massage tätig, in Büros oder Einrichtungen und manchmal gibt so Räume mit Entspannungsliegen für die Mittagspause, für einen Power-Nap. Und die werden nicht genutzt, weil die Leute sagen, wie schaut das aus, wenn ich mich auf der Arbeit hinlege? Und meine Kollegin das mitbekommt, wenn ich da faul bin.. das ist in den Köpfen von den Menschen drin!

Okay, das muss man eigentlich gar nicht mehr..

  1. ..muss man nicht, aber wie bekommt man das raus?

Ja, einfach man selbst sein!

(weiter geht es im 2. Teil des Interviews …)